Kompetenzzentrum Nord

 Kompetenzzentrum Nord

 

Kompetenzzentrum Nord zur Prävention sexueller Grenzverletzungen und sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche

Um die Forschung im Kontext von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in pädagogischen Einrichtungen auszubauen und zu seiner nachhaltigen Implementierung beizutragen, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Forschungsvorhaben, die sowohl fundierte Erkenntnisse zu den strukturellen und personalen Faktoren von sexualisierter Gewalt als auch zu Fragen der Prävention zur Verfügung stellen.

Im Rahmen zweier dadurch geförderter Juniorprofessuren wurde in Kooperation der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), Institut für Pädagogik, Schwerpunkt Sexualpädagogik und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie am 28. Februar 2014 das Kompetenzzentrum Nord zur Prävention sexueller Grenzverletzungen und sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche gegründet.

Ziel des Kompetenzzentrums Nord ist es, Sexualpädagogik und Prävention sexueller Gewalt langfristig zu etablieren. In diesem Kooperationsverbund arbeiten die Universitäten Hamburg und Kiel mit ihren sich ergänzenden Forschungsschwerpunkten zusammen, vernetzen sich mit relevanten Fachstellen in beiden Bundesländern und halten Kontakt mit den anderen vom Förderschwerpunkt des BMBF unterstützten Forschungsstätten. Zum gemeinsamen Austausch der vernetzten Fachstellen initiiert das Kompetenzzentrum Nord regelmäßig Tagungen/Symposien zur Verbreitung und Diskussion von Forschungsergebnissen in der pädagogischen Praxis ausgerichtet. Das Kompetenzzentrum Nord wird darüber hinaus gemeinsam Forschungsprojekte durchführen sowie gemeinsam interdisziplinäre Curricula zur projektbezogenen Hochschullehre sowie berufsbegleitender Aus- und Fortbildungsformate für pädagogische Fachkräfte entwickeln.

Die Forschungsschwerpunkte der Partnereinrichtungen des Kompetenzzentrums sind wie folgt gelegt:

Im Zentrum der Juniorprofessur für Sexualwissenschaft und präventive Internetforschung des UKE steht die Frage, welche Rolle das Internet für die sexuelle Sozialisation Jugendlicher spielt, aber auch, inwiefern es als Ort sexueller Übergriffe und ihrer Vorbereitung genutzt wird. Außerdem geht es darum zu analysieren, wie das Internet als Medium der Prävention sexueller Übergriffe und sexueller Gewalt eingesetzt werden kann. Zur Beantwortung dieser Fragen steht im Mittelpunkt der Forschung eine sorgfältige sexualwissenschaftliche Untersuchung der alltäglichen sexuellen Praxis Jugendlicher im Internet. Diese dient u.a. zur Analyse von Resilienz- und salutogenen Faktoren für eine verbesserte sexuelle Selbstbestimmung und zur Abwehr und Verarbeitung sexueller Grenzverletzungen. Auf dieser Basis erfolgt die Erarbeitung präventiver Konzepte, Strategien und Materialien und die Erhebung dafür notwendiger Qualifikationen pädagogischen Personals. Geplant ist zunächst ein interfakultäres Lehrangebot für Studierende verschiedener Fachrichtungen sowie mittelfristig die Entwicklung eines Curriculums "Sexuelle Gesundheit und Prävention". Langfristig wird die Einführung eines eigenen entsprechenden Masterstudiengangs angestrebt.

Der Forschungsauftrag der Juniorprofessur Sexualpädagogik mit dem Schwerpunkt Gewaltprävention der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel besteht in der theoretischen und empirischen Analyse der Zusammenhänge von Sexualpädagogik und Gewaltprävention. Im Fokus stehen die Fragen, welchen Beitrag Sexualpädagogik und sexuelle Bildung zur Prävention sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche leisten können und wie sich diese Wirkungen entfalten können, ohne die Sexualpädagogik gewaltpräventiv zu vereinnahmen.

Es ist von Interesse, welche aus- und fortbildungsdidaktischen Vermittlungsformen die Qualifizierung des professionellen Personals ermöglichen. Auf Basis dieser Erkenntnisse soll ein Konzept sexualpädagogisch fundierter Prävention sexueller Gewalt erarbeitet werden. Dieses wird in Lehramts- und Pädagogik- sowie in die angrenzenden Weiterbildungsstudiengänge integriert. Mittelfristig soll daraus ein eigenes Studienprofil mit dem Schwerpunkt „Sexualpädagogik und Gewaltprävention" im pädagogischen Bachelor- und Masterstudium entwickelt werden.

Weiterhin erfolgt eine Analyse von Implementationsbarrieren und -chancen in der pädagogischen Praxis, um die Ausweitung und Wirksamkeit einer sexualpädagogisch fundierten Prävention sexueller Gewalt zu befördern.

 http://präventionskompetenz.de

 

 

 

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